Aktuelle Top-Treiber für die Vermarktung von FMCG – HEUTE: Preissteigerungen

Welche aktuellen und künftigen Einflussfaktoren beeinflussen das Geschäft mit FMCG besonders stark? Einer der 12 Top-Treiber ist die Preisentwicklung, die bereits momentan an Marktteilnehmer ganz besondere Herausforderungen stellt.

Zwei Hauptgründe werden derzeit als Treiber für steigende Preise genannt:

  1. Unterbrochene globale Lieferketten aufgrund der Corona-Pandemie (durch u. a. Mangel an Arbeitskräften in Erzeugerländern) erschweren und verteuern die Beschaffung von zahlreichen Rohstoffen
  2. Die rasche wirtschaftliche Erholung des Riesenmarktes China sorgt für eine rasant steigende Nachfrage (an Rohstoffen und Endprodukten)

Zudem wird für den deutschen Markt mit Preisanpassungen im öffentlichen Dienstleistungssektor gerechnet, um das Haushaltsdefizit durch die milliardenschweren Corona-Hilfspakete auszugleichen.

Im FMCG-Markt ist in den meisten Kategorien mit steigenden Beschaffungs- und Produktionskosten zu rechnen, die in den bevorstehenden Jahresgesprächen zu herausfordernden Preisrunden mit dem Handel führen werden.

Bereits in jüngster Vergangenheit zeichnete sich die Tendenz zu Preisanpassungen in mehreren Branchen und Vertriebskanälen ab. Über eine Anhebung der EVP auf breiter Front im Discount berichtete jüngst die Lebensmittel Zeitung. Hier einige beispielhafte Pressemeldungen der vergangenen Wochen zum Thema:

Die Stärkung ihrer Marken ist für die FMCG-Industrie eine essenzielle strategische Maßnahme, um im Diskurs um steigende Preise mit dem Handel bestehen zu können. Das Brand Building geschieht dabei auf unterschiedlichen Ebenen. Besonders wichtig für Marketeers sind nach Meinung von Experten und aktuellen Studien zufolge die folgenden Punkte:

  • Stringente Markenführung
    Ausschlaggebend dabei: Stärken der Marken-Kernwerte, saubere Positionierung, Bedienen der relevanten Customer Touchpoints und idealerweise eine „Story“, ein Narrativ (als emotionaler USP), um im Wettbewerb gegenüber professionell geführten Handelsmarken bestehen zu können!
  • Innovationen bieten, die über das Erwartbare hinaus gehen, ggfs. sogar mit Brand-Extensions oder neuen (Sub-)Marken, falls die Überdehnungsgefahr bei den etablierten Brands zu groß erscheint
  • Produktfunktionalitäten mit (fundierter und glaubwürdiger) Haltung überbauen
  • Emotionale Aufladung der Marke an allen relevanten Touchpoints

Tipp:
In den Unterlagen für die nun bevorstehenden Jahresgespräche sollten Preisanpassungen plausibel begründet werden können. Weiterhin muss ein klares Bekenntnis zur strategischen Stärkung der Marken als roter Faden erkennbar sein.

Nachtrag vom 17.07.2021: Ein aufschlussreiches Vorgefühl der kommenden Entwicklungen vermittelt dieser Beitrag aus der aktuellen Ausgabe der LZ.